Bücher-Stöckchen

Die ilse.bilse hat es geworfen, und ich habe es aufgefangen.

Erst beim Durcharbeiten ist mir aufgefallen, daß dieses Stöckchen recht deutlich auf Buchkäufer mit Schwerpunkt Belletristik gemünzt ist, ich aber ein ziemlich anderer Typus bin. Mehr dazu am Ende.

Gebunden oder Taschenbuch?

Das ist bei mir egal – wie es gerade verfügbar ist. Beide Varianten klappen sowieso meistens wieder von alleine zu, wobei die Taschenbücher da ’ne Spur blöder sind.

Amazon oder Buchhandel?

Amazon kommt immer seltener zum Einsatz, seitdem ich weiß, was die alles von mir speichern. Außerdem stehe ich immer öfters auf Beratung in kleinen Läden, wo man sich Zeit für mich nimmt. Die kennen meistens ihr jeweiliges Segment auch besser als ein Megaladen wie Amazon.

Lesezeichen oder Eselsohr?

Eselsohren sind bei mir zufällige Nebenprodukte der Buchbenutzung und werden umgehend beseitigt. Als Lesezeichen muss alles herhalten, was dünn genug für eine Bucheinlage ist. Wenn es ein Buch ist, das fesselnd genug ist, muss es auch mal ein paar Nächte auf dem Bauch aushalten.

Ordnen nach Autor, nach Titel oder ungeordnet?

Da das Regal unterschiedliche Abstände der Fachböden aufweist, sind sie zumindest nach Größe sortiert. Meine Comic-Alben sind einfach deutlich höher als die Taschenbücher. Und der Rest (meistens Bibliotheksbücher) fliegen irgendwo in der Wohnung herum.

Behalten, wegwerfen oder verkaufen?

Wegwerfen käme nur in Frage, wenn schwere Beschädigungen vorliegen würden. Vor zwei Jahren habe ich mal so 150 bis 200 verkaufsfähige Bücher an einen gemeinnützigen Buchladen verschenkt, weil sie bei mir nur noch verstaubten und mir nicht mehr viel bedeuteten. Den kleineren Rest habe ich behalten, weil er entweder nicht verkaufsfähig war oder weil er mir noch was bedeutet.

Verkauft habe ich nach jahrelanger Lagerung bisher nur viele Comics aus meiner Kindheit und Jugend, weil sie nur noch als Staubfänger und/oder Kistenware bei mir waren.

Schutzumschlag behalten oder wegwerfen?

Behalten, da doch meistens sehr hübsch gestaltet.

Mit Schutzumschlag lesen oder ohne?

Hm, weiß ich gar nicht, passiert viel zu selten. Bleibt wohl faulheitshalber dran.

Kurzgeschichten oder Roman?

Hauptsache Lesefutter.

Sammlung (Kurzgeschichten von einem Autor) oder Anthologie (Kurzgeschichten von verschiedenen Autoren)?

Hauptsache Lesefutter.

Harry Potter oder Lemony Snicket?

Vom ersten noch nie was gelesen (im umschiffe nach Möglichkeit alles, was jeweils aktuell gehypt wird – wenn ich später selbst den Weg dort hin finde, ist das OK), und das letztere sagt mir gar nichts.

Aufhören, wenn man müde ist oder wenn das Kapitel endet?

Das Kapitelende versuche ich meistens zu erreichen, wenns dann doch nicht mehr geht, ist Ende Gelände.

„Die Nacht war dunkel und stürmisch“ oder „Es war einmal“?

What’s the difference?

Kaufen oder Leihen?

Kaufen eigentlich nur noch, wenn es beruflich notwendig ist. Wenn man ein Bibliothekssystem mit über 1,7 Mio. Medien zur Verfügung hat, ist Kaufen eigentlich überflüssig. Außerdem sind die Lesegebühren in Hamburg mit 40 EUR/Jahr (Premium-Karte) so hoch, daß ich die wieder reinbekommen will. *g*

Neu oder gebraucht?

Neu, weil meistens bedarfsorientiert.

Kaufentscheidung: Bestsellerliste, Rezension, Empfehlung oder Stöbern?

Siehe oben – kaufen entfällt immer öfters. Bestsellerliste verbietet sich bei mir von selbst, Rezension wird gerne genommen, Empfehlung vielleicht und Stöbern ist mir zu ungenau. Es lebe der Zufall.

Geschlossenes Ende oder Cliffhanger?

Tutti completti muss es sein, nicht solche durchsichtigen Marketing-Maschen.

Morgens, mittags oder nachts lesen?

Äh, wie es gerade kommt, ein Tag ohne Lesen gibt es nicht.

Einzelband oder Serie?

Bestimmte Serien sind OK, aber die habe ich dann nicht wegen ihres Serien-Charakters in die Hand genommen, sondern weil mir der Autor zusagt.

Lieblingsserie?

Kann es bei mir nicht geben, alles ist im Fluß und unterliegt stetiger Veränderung. Die Anzahl der Favoriten steigt, aber es kann nicht nur einen geben.

Lieblingsbuch, von dem noch nie jemand gehört hat?

Bücher sind per Definition Massenware, also kann es kein Buch geben, das andere nicht kennen.

Lieblingsbuch, das du letztes Jahr gelesen hast?

Entfällt, weil alles, was mit „Lieblings…“ beginnt bei mir entweder nicht vorhanden ist oder sowieso offensichtlich ist für die, die mich kennen.

Welches Buch lesen Sie gegenwärtig?

Sechs Bücher warten auf mich, davon vier rund um Computer, ein Comic und ein Roman.

Absolutes Lieblingsbuch aller Zeiten?

Kann ich erst am Lebensende sagen, bis dahin habe ich noch viel vor mir.

Soweit das Stöckchen, welches ich für sehr Buchhandelsorientiert halte. Ich habe meinen ersten eigenen Büchereiausweis mit 6 Jahren bekommen – mit 5 Jahren durfte ich damals noch keinen haben, obwohl ich schon fleissiger Nutzer war. Ich konnte bereits in Ansätzen vor der Grundschulzeit lesen.

Bis zum Abitur habe ich bestimmte Bereiche der Kleinstadtbücherei meiner Kindheit und Jugend relativ systematisch durchgearbeitet, was in dieser Menge niemand hätte kaufen können.

Gekauft habe ich allerdings doch was – Comics aus dem Hause Walt Disney. Da sind über viele Jahre Berge von Taschengeld reingewandert. Teilweise gibt es die Hefte noch, die Bücher sind mittlerweile alle wieder verkauft.

Und heutzutage sind Comics für Erwachsene eines meiner Steckenpferde. Das sind keine Pornos, sondern gute Stories in gezeichneter Form, gerne auch anspruchsvolle Geschichten mit Zeitbezügen der letzten 100 Jahre. Über 50 Stück habe ich in den letzten 6 Monaten ausgeliehen, wobei ich einfach nur ins Regal greifen mußte und durch Blättern entschied. Ralf König kommt übrigens immer mit, sofern ich das Werk noch nicht kenne. *g*

Das ganze Science-Fiction-Gedöns ödet mich mittlerweile an, weil es sich zu oft um Technikkrams dreht – früher fand ich das faszinierend, heutzutage verdiene ich mein Brot mit sowas ähnlichem.

Mein Stöckchen ist fertig – wer will es haben? Ich bin absolut kein Stöckchenwerfer, es möge der oder die aufheben, der oder die sich angesprochen fühlt.

6 Kommentare zu “Bücher-Stöckchen

  1. Mir fällt es immer so schwer, ein Buch zurück zu geben, wenn es mich begeistert hat, deshalb bin ich absolut nicht der Bibliothekstyp, obwohl das auf Dauer natürlich wesentlich billiger ist.

    Magst du Hentai?

    Danke, dass du mitgemacht hast, obwohl du kein Stöckchenliebhaber bist. Hehe, wie doppeldeutig… 🙂

  2. REPLY:

    Da ich mit Bibliotheken groß geworden bin und ein viel zu gutes Gedächtnis besitze, fällt mir der Abschied von Büchern nicht schwer. War es schlecht, vergesse ich es. War es sehr gut, ist es sowieso in meinen Kopf fest „eingebrannt“ und lebt in meinem Herzen weiter.

    Einzige Maßnahme gegen das totale Vergessen ist seit ein paar Monaten die Erfassung aller geliehenen Bücher in Listen, die ich direkt aus dem Online-Konto der Bücherhalle ziehe und als PDF abspeichere.

    Hentai ist nicht so meine Baustelle, was aber eher am Manga-Zeichenstil und an den Stories liegt. Bisher habe ich im Internet nur extrem wenige Hentai-Stories gefunden, die ich nicht absonderlich, sondern endlich mal geil fand.

    Bitte, bitte, ich habe ja auch wieder was über mich gelernt dabei, bzw. einige Dinge für mich mal präzisiert.

    Bezüglich der Doppeldeutigkeit kommt es auf die Stoßrichtung des Stöckchens an, würde ich mal sagen – dann kann ich mich auch sehr damit identifizieren. 😉

    Nachtrag, 19.03.2007, 12:13 Uhr:
    Mein Hentai-Verständnis bezieht sich auf diese Wikipedia-Definition

  3. Stöckchen sind was feines. Ich freu mich immer, auf diese Art und Weise ein bisschen mehr über einen Menschen zu erfahren. Einen Tag ohne Lesen gibt es bei mir auch nicht. Eine Autorin, die ich derzeit wirklich vergöttere und aufgrund ihres Schreibstils und ihres Humors liebe ist Anne West! 🙂

  4. Ich habe mir gerade durchgelesen, was Wikipedia dazu sagt und glaube, dass mir die Stories der Autorin zusagen könnten, obwohl ich normalerweise nicht so sehr auf Comics stehe. In Anbetracht dessen, was diese Frau in vielen Bereichen ihres Lebens mitmachen musste, wäre es interessant mehr über sie und ihre Stories zu erfahren. Werd mir den Tip auf jeden Fall im Hinterkopf behalten. Der nächste Urlaub kommt bestimmt.

  5. REPLY:

    Ich bin Lesejunkie wo ich gehe und stehe – habe bereits als Kind angefangen, alle Zutatenlisten auf den Verpackungen bei Frühstück und Abendbrot zu lesen. Und das zu einer Zeit, als das noch gar nicht modern war, zu wissen, was man eigentlich so isst. Lesen ist überall.

    Zur Zeit gefallen mir die Bücher von Marjane Satrapi sehr gut. Einfacher Zeichenstil, starke Stories. 🙂

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