Pornos für Frauen

Por-No oder Go!?
Der weibliche Umgang mit harten Sexbildern

Wenn der Klempner an der Tür klingelt, sitzen Frauen wie selbstverständlich im Bademantel da, sind sexhungrig und stöhnen, was das Zeug hält, während der Mann lässig bleibt und seine überbordende Männlichkeit schließlich an dem willenlosen Weib austobt. So sieht in Pornos in der Regel das Drehbuch aus. Kein Wunder, dass Feminismus und Pornographie sich lange Zeit auszuschließen schienen wie Vegetarismus und Schnitzel.

(Quelle: WDR 5 – venus_fm, Sendung vom 24.03.2007)

Obigen Beitrag habe ich mir heute als Aufzeichnung angehört und festgestellt, daß ich letztes Jahr was verpasst habe – es gibt seitdem ein PornoSexheft von Frauen für Frauen. Herausgegeben wird es von den beiden Kölnerinnen Elke Kuhlen und Nicole Rüdiger.

Links rund um das PornoSexheft:

Dann wurde noch Nicole Reinke-Torner befragt, die einen Erotikfilm für Frauen gedreht hat:

Sie beschrieb dann außerdem, wie beschissen die Arbeitsbedingungen für Frauen bei den normalen Porno-Drehs sind. Vor der Kamera und auch im Arbeitsverhältnis werden die Frauen wie ein Stück Fleisch behandelt und werden ständig gegängelt – im Gegensatz zu den Männern.

Insgesamt sind viel mehr Frauen als noch vor 20 Jahren an Pornos interessiert. Allerdings wies Nicole Reinke-Torner auch darauf hin, daß viele Frauen sich einerseits mit ihren Kerlen zusammen die Filme angeblich gerne anschauen würden. Andererseits würden sie dann aber unter ihresgleichen eher laut sagen, wie scheiße die Filme sind.

Dem kann ich übrigens auch zustimmen – so schlechte Filme können sich die Filmemacher nur erlauben, weil sie keine Angst haben müssen, öffentlich von Kritikern verrissen zu werden.

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2 Kommentare zu “Pornos für Frauen

  1. Es ist schade, dass so wenige Frauen sich trauen, „ihren“ Kerlen zu sagen, wie beschissen der Film war, denn damit erhalten sie bei den Kerlen den Mythos aufrecht, dass Frauen es mögen, wenn man ihnen hart und heftig in den trockenen (!) Arsch fickt oder dass es sie nicht stört, wenn der Kerl nur mal eben den Reißverschluss aufmacht und seinen Schwanz rausholt, weil der ja das „ah“ und „oh“ ist, oder dass es für einen Kerl unwichtig ist, gepflegt und gut auszusehen, für eine Frau jedoch unerlässlich und so weiter und so weiter…

    Selbst schuld, Frauen! Sorry, ist aber doch wahr…

  2. REPLY:
    Sprachlosigkeit …

    … scheint schwer in Mode zu sein, jedenfalls bei zu vielen. Bloß nicht laut sagen, was frau mag oder will oder möchte. Lieber mitmachen und so tun, als wenn ihr das gefällt, bloß keiner Widerworte.

    Da diese Filme aber leider zu oft bei den Männern als alleiniges (!) Vorbild genommen werden, dürfen diejenigen Frauen dann das selbst ausbaden, was sie eben noch für „gut“ befunden haben.

    Und da dreht sich die „Freiheit“, sich Pornos reinziehen zu dürfen, dann ins Gegenteil um. Dann wird daraus ein Zwang, es genau so machen zu müssen.

    Ich betrachte die meiste pornographischen Produkte als „Märchen für Erwachsene“. Sehr oft werden anatomisch bedenkliche Stellungen ausprobiert, ein absurder Durchhaltewille wird gezeigt, körperliche Höchstleistungen fallen allen Anwesenden leicht und alle sind stets gut drauf.

    Niemand würde einfach einen Spielfilm als Lebensvorbild nehmen, da ist es jedem klar, daß da getrickst und geschaukelt wird, daß sich die Balken biegen. Bloß beim Porno, da kann plötzlich jeder mitmischen, weil er das gleiche „Handwerkszeug“ besitzt …

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