Missfits – Wie viele Männer braucht eine Frau (Video)

Auf das folgende Video stieß ich heute und stellte fest, daß es sich um einen Ausschnitt aus einer Sendung handelt, die ich schon mal vor längerer Zeit gesehen hatte:

Endlich wußte ich wieder, woher ich diese Argumentation hatte, daß eine Frau mehrere Männer brauchen würde. Und da die Missfits sie sehr überzeugend ‚rüberbringen, ist dem nichts mehr hinzuzufügen, oder?

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Für den kleinen Quickie zwischendurch?

Gestern sah ich in einer Hamburger S-Bahn ein kleines Werbeschildchen mit folgender Überschrift:

SPONTANBESORGER

Eigentlich warb es für die Läden in der Wandelhalle im Hamburger Hauptbahnhof, wo man an 7 Tagen in der Woche einkaufen könnte, und wo man ja aus der S-Bahn mal schnell zum Einkaufen aussteigen könnte, so der kleine Text darunter.

Ich hingegen dachte eher an einen Mann für zwischendurch, der es einer Frau spontan sexuell besorgen würde. Meine Interpretation des Begriffs gefällt mir irgendwie besser, keine Ahnung warum.

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Christopher Street Day 2007 in Hamburg

Ich gehe hin morgen mittag – ich will die Parade sehen.

Nachdem ich zuletzt auf dem CSD 2003 in Berlin war, wird es mal wieder Zeit, einen zu besuchen. Zumal dieses Jahr in Hamburg wieder mehr das politische Ansinnen in den Vordergrund gerückt werden soll, was mir mehr zusagt als nur das Spaßkasperkram.

Schließlich ist diese Gesellschaft noch weiter davon entfernt, alternative Lebens- und Lustformen einfach zu akzeptieren.

Sexstudie: Karriere eine Pressemitteilung

Eine sehr reißerisch betitelte Meldung über eine sexualwissenschaftliche Studie mit ca. 32.000 Teilnehmer tauchte am gestrigen Donnerstag auf sehr vielen Presseseiten auf:

Ich fand es sehr auffällig, dass fast alle Texte einen enorm hohen Übereinstimmungsgrad aufwiesen bei den Inhalten und in ihrer Kürze – und seltsam einheitlich nur auf eine Urheberschaft seitens der „Uni Göttingen“ ohne Namensnennung von Institut oder Ansprechpartner hinwiesen. Einzig die taz belustigt sich zwar über die Meldung, hinterfragt aber nicht die Herkunft der Studie.

Noch seltsamer war für mich, dass alle Quellen sich ausschließlich auf die „Apotheken Umschau“ bezogen, welche als kostenlose Kundenzeitschrift in deutschen Apotheken verfügbar ist. Keine Recherche, sondern nur Zitate aus einer Sekundärquelle? Das erschien mir seltsam einseitig und wenig journalistisch. Außerdem kenne ich keine Kundenzeitschrift, die es wert ist, daß man normalerweise auch nur einen Satz aus ihr zitiert, geschweige denn eine ganze PM veröffentlicht – es sind schlichte Werbeblättchen ohne großen Anspruch.

Die flugs aufgesuchte Webseite der „Apotheken Umschau“ gab nur das Inhaltsverzeichnis wieder, aber nicht den zitierten Artikel. Also suchte ich weiter und fand die scheinbar ursprüngliche Quelle obiger Presseartikel in Form einer sehr dürftigen Pressemeldung im ots-Presseportal der dpa.

Hm, die Pressemitteilung war so kurz abgefasst, dass wohl jeder darauf heiß gemacht werden sollte, das Print-Exemplar der „Apotheken Umschau“ in die Finger zu bekommen, um diese wirklich topaktuelle und wahnsinnig interessante Studie dort zu lesen. Faul wie ich bin, suchte ich sie auf einen anderen Weg.

Die Startseite der Uni Göttingen brachte mich der eigentlichen Studie auch nicht näher. Dann kam der zündende Gedanke! Da ich vor ein paar Monaten mal was über Theratalk geschrieben hatte, wusste ich noch, dass dieses an der Uni Göttingen läuft. Bingo!

Unten ein Auszug aus der Original-Pressemitteilung des Projektes Theratalk am Institut für Psychologie der Georg-August-Universität Göttingen von Mitte Mai 2007:

Dass wenig Sex in der Partnerschaft für einen erhöhten Stresspegel sorgt, zeigt eine aktuelle Studie des Projektes Theratalk der Uni Göttingen an 31868 Männern und Frauen:

Demnach stürzen sich 36% der Männer und 35% der Frauen, die maximal einmal in der Woche Sex haben, in Arbeit und Aktivitäten, um den Frust über ihr Sexleben in der Partnerschaft zu vergessen. Wenn es gar nicht mehr zum Sex kommt, ist es sogar noch schlimmer: 45% der Männer und 46% der Frauen stürzen sich dann freiwillig in den Stress.

(Quelle: Theratalk-Pressemitteilung vom 11.05.2007: Wenig Sex verursacht Stress )

Endlich hatte ich also die Pressemitteilung über die eigentliche Studie gefunden, die nicht so grausam verstümmelt war wie diese Sprachabfälle aus der „Apotheken Umschau“. Sie war länger, verständlicher – und sie hatte einen echten Urheber, nämlich das oben genannte Institut.

Zusammenfassend kann man also folgendes sagen:

  • das Theratalk-Projekt veröffentlicht im Mai 2007 eine Pressemitteilung über eine seiner Studien – und keiner berichtet darüber
  • die „Apotheken Umschau“ veröffentlicht eine schwer verstümmelte Version dieser Pressemitteilung im August 2007
  • viele Presseorgane stürzen sich genau am Veröffentlichungstag Anfang August auf diese Pressemitteilung und verbreiten liebevoll das Stummelchen
  • keine Sau bekommt mit, dass Theratalk diese Studie erstellt hat und darüber schon in Mai berichtete

Sehr bedenklich finde ich in diesem Fall, wieviele Journalisten sich auf einmal auf eine in diesem Fall mangelhafte Sekundärquelle wie die „Apotheken Umschau“ stützen, anstatt mal nachzuhaken, was und vor allem wer da wirklich hintersteckt.