Nach sieben Jahre Ehe wieder freie Partnerwahl

„Das ist vielleicht ein Gedanke, an den man sich gewöhnen muss“, räumte Pauli ein. Aber „vielleicht lebt man außerhalb der Ehe besser“.“ Ihrem Vorschlag zufolge sollten Ehen nur noch befristet abgeschlossen werden. Bei der Vorstellung ihrer programmatischen Schwerpunkte sagte die Fürther Landrätin in München, nach Ablauf der sieben Jahre könnten die Partner zu einer Verlängerung um einen bestimmten Zeitraum aktiv Ja sagen. „Es kann also auch lebenslange Ehen geben.“ Durch Ehen auf Zeit könnten Scheidungskosten gespart werden. Sie betonte, eine Ehe sei nicht dazu da, Sicherheit zu bieten. Vielmehr gehe es dabei darum, die Liebe zweier Menschen zu dokumentieren.

(Quelle: Spiegel ONLINE: Pauli will Ehen auf sieben Jahre befristen)

Das ist eine sehr gute Idee, der ich mich durchaus anschließen kann – daß ausgerechnet ich mal was positives über eine CSU-Politikerin schreiben würde, hätte ich auch nicht erwartet.

Aber der Vorschlag von Gabriele Pauli erstaunt und erfreut mich sehr, entspricht er doch auch meiner Wahrnehmung der gegenwärtigen Entwicklung von Partnerschaften und Liebesbeziehungen. Sich gemäß dieses Modells auf Zeit zu binden, berücksichtigt auch die drastisch gesteigerte Lebenserwartung (dort im Abschnitt „Geschichtliche Entwicklung der menschlichen Lebenserwartung“), wie sie bei Erfindung des Ehe-Konstrukts vor tausenden von Jahren noch gar nicht absehbar war. Wer sich heute früh und ewig bindet, kann durchaus bei 50 bis 60 Jahren Ehedauer landen, was bei einer durchschnittlichen Lebenserwartung von knapp 40 Jahren früher gar nicht möglich gewesen wäre.

Und auch dem Aspekt, daß eine Ehe eigentlich heutzutage nicht ausschließlich als Versorgungsabsicherung für den jeweils anderen Ehepartner zu betrachten ist, trägt Frau Pauli Rechnung. Moderne Gedanken aus dem Munde einer selbstständigen Frau.

Ich erbitte mehr solche mutigen Politikerinnen, denn dann können wir hoffentlich bald den ganzen altertümlichen Ehe- und Beziehungs-Plunder auf das Abstellgleis der Geschichte schieben, wo es heutzutage hingehört.

Wir haben schon längst andere Möglichkeiten der Paar- und Gruppenbildung und der Sozialabsicherung, aber das will vielen Menschen (und PolitikERn) heutzutage ja nicht in den Schädel rein. Außerdem würde sich nach meiner Ansicht auch das Sexualleben deutlich verbessern, da sich beide Partner angesichts des Ablaufdatums durchaus mal wieder mehr Mühe geben könnten, für den anderen noch etwas zu bedeuten.

Nachtrag, 19.09.2007, 15:16 Uhr:
Interessant ist auch, wie der STERN Online in der gleichen Angelegenheit vorgeht: er macht Frau Pauli gelinde gesagt nieder, indem er sich an Nebensächlichkeiten hochzieht. Freundlicherweise zeigt der Artikel dem armen Wähler-Volk auch gleich noch, welche Art von Zorn es an den Tag zu legen hätte angesichts der Vorschläge. Könnte man glatt von Hetzerei sprechen, aber nein, das tue ich nicht – ich verkünde hier nur meine Meinung. 😉

Ehe brechen, Freunde finden

Soeben entdeckte ich bei Ruthe.de diesen Comicstrip (dort aufs Bild klicken), in welchem der Ehemann einen sehr souveränen Umgang mit der vorgefundenen Situation zeigt.

Anstatt daß er bald zwei Personen weniger in seinem Leben hat, lernt er lieber eine Person mehr kennen. Finde ich sehr vernünftig von ihm – diesem Beispiel sollten viel mehr Menschen folgen.

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Vortrags-Möpse

Wie soll man als Mann einem Referat mit anschließender Frage-und-Antwortrunde über die Modalitäten bei der Vergabe öffentlicher Mittel konzentriert zuhören, wenn die gut aussehende und fachlich hervorragende Referentin auf dem Podium eine mörderenge Bluse mit klasse Ausschnitt um ihre Pracht-Titten gezwängt hat? Zumal sie vorher mit einem knielangen freischwingenden Rock zum Rednerpult schwebte?

Die Kürzung der Mittelgesamtsumme habe ich aber trotzdem noch vernommen, und auch die wesentlichen Punkte ihres Vortrags sind in meinem Kopf verblieben.