Pornos kann man auch anders schreiben

Andresky: Wenn man meine Geschichten liest, dürfte schnell klar sein, dass ich eine Frau bin. Das ist eindeutig eine weibliche Weltsicht, gerade auch in den Sexszenen. Die Männer müssen ganz schön was einstecken. Ich weiß gar nicht, wo bei einer Frau, die Pornos schreibt, das Problem sein soll. Das Schlimme an Pornos ist doch nicht, dass man da nackte Menschen beim Geschlechtsverkehr sieht, sondern dass diese Filme so armselig und grottenschlecht sind. Ich kann das gar nicht oft genug sagen: Sex an sich ist noch nicht frauenfeindlich.

(Quelle: Porno-Autorin Andresky – Ohne “Lustgrotte“ und “Liebeslanze“ – Stadtleben – sueddeutsche.de)

Genau. Die meisten Pornos sind für Männer gemacht, meist von Männern. Langweilig, oft öde, selten raffiniert. Meistens einfach nur direkt, aber selten listig, lustig oder gar fantasievoll.

Die Dame ist akademisch gebildet und nimmt kein Blatt vor den Mund – das finde ich sehr sympathisch, weil irgendwie bekannt. Sophie Andresky schafft es durch dieses Interview auf meine Leseliste – mal gucken, ob die „Kleine Freiheit“ da schon Vorräte hat. 🙂

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Machtbringender Sex-Spam (Update 2)

Haben Sie keinerlei Chancen Ihre Freundin zum Hoehepunkt zu bringen?

Auf unserer Web-Site http://www.__________.org gibt es jetzt pflanz-liche Potenz-Mittel und OriginalProdukte. Es verringert die Zeit zur sexuelen Aktivi-taet und begrenzt frueh zeitiges abspritzen.

Die Macht des steifen Schwanzes ist da durch 5 mal optimaler, unsere Original Produkte foerdern deutlich die s-exuelle Leistungs-Staerke, Energie und die Spermien-Anzahl.

Bestellen Sie jetzt und vergeesen Sie ihre Erlebnisse und erfrischen Sie Ihr Liebesleben.

(Quelle: Spam an einer meiner Email-Adressen)

Der obige Original-Ausschnitt aus einer Spam-Email hat mich heute mal so richtig zum Lachen gebracht. Nein, ich meine nicht die vielen Rechtschreibfehler oder die mitten im Text stehenden Trennzeichen, die steigerten nur das Vergnügen. Gemeint sind die unfreiwillig komischen Formulierungen, die sich durch den ganzen Text hindurchziehen. Einerseits zeugen sie von einem sehr „handwerklichen“ Verständnis von Sexualverkehr, andererseits versuchen sie sich sogar einen medizinisch-gesundheitlichen Anstrich zu geben.

Mein absoluter Lieblingssatz ist und bleibt „die Macht des steifen Schwanzes ist da durch 5 mal optimaler„. Göttlich, das ist kaum noch zu toppen. 🙂

Update 1 vom 04.06.2009:
Es gibt mittlerweile noch weiteren Variationen dieser Spam-Email, diese nun folgende hatte den höchsten Unterhaltungswert:

Aunf unserer Website http://www.________.org gibt es pflanzliche
Potenzmittel und die blauen Pillen. Es verkleinerrt die Zeit bis zur s.exuellen Erektion und begrenzt frueh-zeitiges Abspritzen.

Die Steigerung des Staenders ist bis zu 5 X optimaler, unsere die Blauen Pillen verbessern eindeutig die s-e-x-uelle Staerke, Energi und die Anzahl an Sperma.

(Quelle: weiterer Spam an eine meiner Email-Adressen)

Ich stelle mir gerade denjenigen vor, der die Steigerung der Anzahl von Sperma nachzählt. 😉

Update 2 vom 09.07.2009:

Wir haben Interesse an einem Link: Penisverlängerung auf Ihrer Webseite. Im Gegenzug erhalten Sie drei Link auf unseren Webseiten. Wenn Sie daran Interesse haben, melden Sie sich bei mir. Wir sind ein Unternehmen, welches Produkte der Penisverlängerung verkauft. Meine E-Mail:

(Quelle: gelöschter Spam-Kommentar zu diesem Artikel)

Wow! Die Spammer sind sich aber auch für keine Peinlichkeit zu schade. Per obigem Kommentar machen sie ausgerechnet mir (!) das Angebot, ihren Dreck noch weiter zu verbreiten. Was muss ich eigentlich noch schreiben, damit diese Backpfeifen nicht in ihrer feuchtesten Fantasie davon träumen, mich für solche Verarschungsnummern einwerben zu wollen?

Ok, ich habs! Spammer sind kleinschwänzige Vollidioten, die ihre Frauen nicht befriedigen können und daher den Rest der Welt mit ihrer eigenen Fickunfähigkeit belästigen. Habe ich mich nun klar genug ausgedrückt, ihre Spam-Vollpfosten, Vollhonks und Daumenlutscher?!?

Blödeleien (4)

Leckerärschig.

Kam mir vorhin in den Sinn, als ich einer Radfahrerin hinterher starrte, während ich durch ruhige Nebenstraßen nach Hause ging. Sprang einfach so in den Kopf, wie üblich also, wenn sich der Trieb bei mir des Sprachzentrums bemächtigt.

Nettärschig verwende ich schon länger in Gedanken, aber da entfällt der begrabschen-wollen-Gedanke des obigen Begriffs.

Schauen Haustiere beim Sex zu?

Gegen eine erotisierende Wirkung des Zuschauens spricht, dass alle Tiere den Geschlechtsverkehr schamlos und öffentlich vollziehen. Allein der Mensch zieht sich dafür zurück. Würde der Anblick einer Paarung Artgenossen automatisch animieren, wäre das Leben von Herdentieren eine endlose Dauerorgie. Viel mehr wird das Sexualleben der Tiere von Fruchtbarkeitszyklen bestimmt.

(Quelle: WELT am SONNTAG: Ein echtes Tier im Bett)

Vor allem der Satz mit der Dauerorgie hat mir im obigen Text gut gefallen. Dieser Satz zeigt nämlich recht genau auf, was bei den ständigen Tiersex-Dokumentationen meistens unerwähnt bleibt – man kann eben nicht von Tierverhalten auf Menschenverhalten schließen und umgekehrt. Insofern wundere ich mich immer wieder über das große Interesse daran, wenn es doch im Grunde keinen Erkenntnis-Gewinn bringt?

Wenn wir jedoch – im Gegensatz zu den meisten anderen Arten – beim Anblick von sexuellen Handlungen anderer Menschen selbst erregt werden, ist das eine Eigenart unserer Spezies. Allerdings sollten wir als (angeblich) intelligente Art dann aber eigentlich auch in der Lage sein, nicht lautstark den Abbruch dieses Treibens zu fordern, nur weil wir mit unserer eigenen (Köper-)Reaktion nicht umgehen können.

Ich selbst glaube nämlich außerdem nicht daran, dass wir in einer Art Dauerorgie enden würden, wenn wir es denn ebenfalls „schamlos und öffentlich vollziehen“ würden. Dafür haben wir weder die Ausdauer noch die Zeit.

Männer und vorgespielter Orgasmus

Mit großem Vergnügen habe ich gerade das Buch „Alltagsskizzen“ (ISBN: 978-3-8303-3115-5) von Harm Bengen gelesen. Eigentliche eher angeschaut, denn es ist eine hübsche Zusammenstellung seiner bereits in Tageszeitungen und an anderen Stellen veröffentlichten Cartoons.

Zum Glück sind einige der Cartoons aus dem Buch auch online verfügbar, so dass ich eine kleine – zu diesem Blog passende – Auswahl vorstellen kann.

Besonders gefallen hat mir diese wundervolle Umsetzung einer Redewendung:

Was habe ich gejohlt, als ich das gelesen & gesehen habe. 🙂

Weitere diesbezügliche Highlights waren für mich:

Die verlinkten Cartoons stammen aus der Toonpool-Galerie, wo sich viele weitere davon befinden. Gefallen hat mir auch die Vielzahl von Cartoons mit Bezug zur aktuellen Tagespolitik, die in Zeiten der Finanzkrise nicht oft genug auf den Punkt gebracht werden kann. 😉

Kurzbesprechung: „Sticheleien“ von Marjane Satrapi

Habe gerade zum zweiten Mal ein schönes Comicbuch gelesen: „Sticheleien“ von Marjane Satrapi.

In dieser gezeichneten Geschichte sitzen mehrere Frauen im Iran nach dem gemeinsamen Mittagessen zusammen und sprechen über Männer, Sex, Jungfräulichkeitsvortäuschung und allem, was sie persönlich bewegt. Weil dabei kein Mann anwesend ist, werden viele Dinge nicht nur an- sondern auch ausgesprochen.

Mir hat das Buch auch beim zweiten Lesen (mit 2,5 Jahren Abstand) wieder sehr gefallen, weil die Frauen sehr unverblümt über ihre sexuellen Wünsche und Anforderungen gesprochen haben. Und darüber, wie oft die Männer doch oft die Raffinesse beim Sex vermissen lassen, oft durch einfache Hau-Ruck-Nummern, am Besten noch im Dunkeln. Und sie zeigen, wie gut sich Frauen darüber austauschen können, sofern sie nicht ständig eine Moral-Schere im Kopf haben.

Warum ich das so ausdrücklich erwähne? Durch viele Gespräche mit Frauen habe ich mitbekommen, dass sich viele Frauen genau das nicht trauen, sich so detailliert mit anderen Frauen auszutauschen, auch und gerade über die sexuellen Aspekte, die nicht so gut laufen in der Partnerschaft. Bei den wenigen, die sich dieses dann doch endlich mal getraut haben, ist dann erfreulicherweise festzustellen, wie das eigene Selbstbewusstsein gewachsen ist, und die eine klarere Zielperspektive entstanden ist. Nicht immer zum Vorteil für die jeweiligen Männer, aber immer im Sinne der jeweiligen Frau, um mehr Befriedigung und somit mehr Zufriedenheit zu erreichen.

Ein schönes Buch, angenehmen gezeichnet und getextet, mit einem sehr menschlichen Blick auf Sex.

Weitere Buchbesprechungen finden sich hier: