Kurzbesprechung: „Sticheleien“ von Marjane Satrapi

Habe gerade zum zweiten Mal ein schönes Comicbuch gelesen: „Sticheleien“ von Marjane Satrapi.

In dieser gezeichneten Geschichte sitzen mehrere Frauen im Iran nach dem gemeinsamen Mittagessen zusammen und sprechen über Männer, Sex, Jungfräulichkeitsvortäuschung und allem, was sie persönlich bewegt. Weil dabei kein Mann anwesend ist, werden viele Dinge nicht nur an- sondern auch ausgesprochen.

Mir hat das Buch auch beim zweiten Lesen (mit 2,5 Jahren Abstand) wieder sehr gefallen, weil die Frauen sehr unverblümt über ihre sexuellen Wünsche und Anforderungen gesprochen haben. Und darüber, wie oft die Männer doch oft die Raffinesse beim Sex vermissen lassen, oft durch einfache Hau-Ruck-Nummern, am Besten noch im Dunkeln. Und sie zeigen, wie gut sich Frauen darüber austauschen können, sofern sie nicht ständig eine Moral-Schere im Kopf haben.

Warum ich das so ausdrücklich erwähne? Durch viele Gespräche mit Frauen habe ich mitbekommen, dass sich viele Frauen genau das nicht trauen, sich so detailliert mit anderen Frauen auszutauschen, auch und gerade über die sexuellen Aspekte, die nicht so gut laufen in der Partnerschaft. Bei den wenigen, die sich dieses dann doch endlich mal getraut haben, ist dann erfreulicherweise festzustellen, wie das eigene Selbstbewusstsein gewachsen ist, und die eine klarere Zielperspektive entstanden ist. Nicht immer zum Vorteil für die jeweiligen Männer, aber immer im Sinne der jeweiligen Frau, um mehr Befriedigung und somit mehr Zufriedenheit zu erreichen.

Ein schönes Buch, angenehmen gezeichnet und getextet, mit einem sehr menschlichen Blick auf Sex.

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