Schauen Haustiere beim Sex zu?

Gegen eine erotisierende Wirkung des Zuschauens spricht, dass alle Tiere den Geschlechtsverkehr schamlos und öffentlich vollziehen. Allein der Mensch zieht sich dafür zurück. Würde der Anblick einer Paarung Artgenossen automatisch animieren, wäre das Leben von Herdentieren eine endlose Dauerorgie. Viel mehr wird das Sexualleben der Tiere von Fruchtbarkeitszyklen bestimmt.

(Quelle: WELT am SONNTAG: Ein echtes Tier im Bett)

Vor allem der Satz mit der Dauerorgie hat mir im obigen Text gut gefallen. Dieser Satz zeigt nämlich recht genau auf, was bei den ständigen Tiersex-Dokumentationen meistens unerwähnt bleibt – man kann eben nicht von Tierverhalten auf Menschenverhalten schließen und umgekehrt. Insofern wundere ich mich immer wieder über das große Interesse daran, wenn es doch im Grunde keinen Erkenntnis-Gewinn bringt?

Wenn wir jedoch – im Gegensatz zu den meisten anderen Arten – beim Anblick von sexuellen Handlungen anderer Menschen selbst erregt werden, ist das eine Eigenart unserer Spezies. Allerdings sollten wir als (angeblich) intelligente Art dann aber eigentlich auch in der Lage sein, nicht lautstark den Abbruch dieses Treibens zu fordern, nur weil wir mit unserer eigenen (Köper-)Reaktion nicht umgehen können.

Ich selbst glaube nämlich außerdem nicht daran, dass wir in einer Art Dauerorgie enden würden, wenn wir es denn ebenfalls „schamlos und öffentlich vollziehen“ würden. Dafür haben wir weder die Ausdauer noch die Zeit.

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2 Kommentare zu “Schauen Haustiere beim Sex zu?

  1. Mag sein, dass es einfach Zufall war, aber einer Bekannten ist es lustigerweise einmal passiert, dass zu dem Zeitpunkt als sie mit Ihrem Freund zu Gange war, der im selben Raum anwesende Haushund rattig wurde und ein auf dem Boden liegendes Kissen beackert hat 🙂

    • Spekulation von mir – da Hunde meistens sehr stark auf die jeweilige Gemütsverfassung ihrer Besitzerinnen und Besitzer reagieren, könnte man hier vielleicht von einer mentalen Übertragung ausgehen?

      Es war also nicht das Zusehen bei beiden Akteuren, sondern die Stimmung der Dame, die sich übertragen haben könnte?

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