Pornos kann man auch anders schreiben

Andresky: Wenn man meine Geschichten liest, dürfte schnell klar sein, dass ich eine Frau bin. Das ist eindeutig eine weibliche Weltsicht, gerade auch in den Sexszenen. Die Männer müssen ganz schön was einstecken. Ich weiß gar nicht, wo bei einer Frau, die Pornos schreibt, das Problem sein soll. Das Schlimme an Pornos ist doch nicht, dass man da nackte Menschen beim Geschlechtsverkehr sieht, sondern dass diese Filme so armselig und grottenschlecht sind. Ich kann das gar nicht oft genug sagen: Sex an sich ist noch nicht frauenfeindlich.

(Quelle: Porno-Autorin Andresky – Ohne “Lustgrotte“ und “Liebeslanze“ – Stadtleben – sueddeutsche.de)

Genau. Die meisten Pornos sind für Männer gemacht, meist von Männern. Langweilig, oft öde, selten raffiniert. Meistens einfach nur direkt, aber selten listig, lustig oder gar fantasievoll.

Die Dame ist akademisch gebildet und nimmt kein Blatt vor den Mund – das finde ich sehr sympathisch, weil irgendwie bekannt. Sophie Andresky schafft es durch dieses Interview auf meine Leseliste – mal gucken, ob die „Kleine Freiheit“ da schon Vorräte hat. 🙂