Aufklärung tut not – immer wieder

Im Tagesspiegel wurde ein Comic besprochen:

Liv Strömquist diskutiert in „Der Ursprung der Welt“ die Tabuisierung der Vulva, gibt feministischer Theorie ein neues Gewand und demonstriert das Potential des Comics für grafische Essays.

http://www.tagesspiegel.de/kultur/comics/der-ursprung-der-welt-die-wahre-groesse-der-klitoris/19959222.html

Das Buch ist schon mal auf meine Vormerk-Liste gewandert.

 

Sexualassistenz reloaded

Erst lese ich in der Berliner Zeitung den Artikel Sexualbegleiterin Anna: Für viele Pflegebedürftige bin ich die erste Nackte im Leben, und wenige Minuten findet meine digitale Fernsehzeitung „TV Browser“ dann den Film The Sessions – Wenn Worte berühren, der heute Abend im Bayerischen Fernsehen gezeigt wird.

Mein eigener Artikel Was tun, wenn der Sex fehlt? zu diesem Thema ist schon bald 9 Jahre alt.

Ist die Zeit endlich reif dafür? Wäre wünschenswert.

 

2017-01-19 18:57:26 – Nachtrag nach dem Ansehen des Films und späterem Nachdenken über zwei Aussagen der weiblichen Hauptfigur Cheryl:

  1. Sie begrenzt die Anzahl der Sitzungen auf maximal sechs.
  2. Der Unterschied zwischen Ihr und einer Prostituierten wäre, dass die Prostituierte will, dass er als Besucher wiederkommen würde. Sie will das nicht. Sie will ihm beibringen, seine eigenen sexuellen Gefühle kennen zu lernen, damit er sie mit einer zukünftigen Partnerin teilen können sollte.

Lese-Tipp: Umgang mit der eigenen Geilheit

Ich möchte es selbst entscheiden können, wann wo und wie ich mit jemandem Sex habe (so wie derjenige auch selbst entscheiden kann).

(Quelle: Ayleen Saskia Habersfeld: Sex gegen Geld – na und? | Telepolis)

Ein herrrrrlicher Artikel. Offen, klar, selbstbewusst und vor allem zielführend & hilfreich. Auch einige (grün bewertete) Kommentatoren geben dem Artikel eine deutlich größere Perspektive.

Wir sind ganz schön doof, dass wir uns sexuell so einkesseln lassen von den Kleindenkern …

Religiös ficken tut weh

Einer neuen Studie nach unterscheiden sich Christen in ihren sexuellen Aktivitäten wenig von Agnostikern und Atheisten, fühlen sich dabei aber schlechter

Der Psychologe Darrel W. Ray wurde 2009 mit seinem Buch The God Virus bekannt. Sein nächstes Werk soll Sex and God heißen. Anlass dazu bot ihm seinen eigenen Angaben nach der Anschein, dass Religionen geradezu von der menschlichen Sexualität besessen sind und von der Abtreibung über die Homosexualität bis hin zur Masturbation Kontrolle darüber ausüben wollen.

(Quelle: Hitparade der Schuldgefühle | Telepolis)

Diesen Eindruck hatte ich ständig, als ich im Deutschlandfunk längere Zeit und häufiger die Religions-Nachrichtensendung „Tag für Tag, Aus Religion und Gesellschaft“ (Audio on Demand)hörte. Ständig ging im Kern sehr darum, wer mit wem fickt – und wer es lassen soll. Und aus welchen moralischen Gründen.

Warum sind die da so manisch hinterher?!?

Sex-Vorschriften gehören nicht in Arbeitsverträge

Er hätte einiges beizutragen zu den aktuellen Themen der Zeit: „Wir haben eine Bundeskanzlerin, die ist wieder verheiratet. Wir haben einen Außenminister, der jetzt gerade eine eingetragene Lebenspartnerschaft eingegangen ist. Sollte es wirklich so sein, dass Kirchenangestellte, wenn sie geschieden sind, nicht so leben dürfen wie die Repräsentanten des Staates? Das kann ich mir nicht vorstellen.“

(Quelle: Urteil: Kündigung wegen Ehebruchs ist rechtswidrig | tagesschau.de)

Endlich mal ein zeitgemäßes Urteil! Mir war es schon seit Jahren schleierhaft, warum die katholische Kirche ihren Mitarbeitern in die persönliche private sexuelle Lebensführung reinpfuschen darf – und von Staats wegen durfte. Das ganze diesbezügliche Geseiere vom Tendenzbetrieb kann ich nicht mehr hören, vor allem wenn dadurch hinten herum Menschen- und Arbeitnehmerrechte ausgehebelt werden und wurden. Solange die geschuldete Arbeit gemäß Arbeitsvertrag geleistet wird, darf und kann nach meiner Ansicht niemand darüber hinaus gehenden Gehorsam verlangen, vor allem nicht für das persönliche Sexualverhalten.

Warum lassen sich eigentlich überhaupt noch soviele Menschen von der katholischen Kirche knechten? Doch nur, weil man ihnen neben der geistliche Macht auch die weltliche Macht in Form von Geld und Besitz überlassen hat, mit der sie heute nicht nur mehr Gutes tun. Ohne dieses Druckmittel wären sie bald auch nur eine von vielen Kirchen …