Wikipedia: Vulva-Fotos sind gefäääährlich

In der Nacht zum Sonntag des 21.03.2010, 0.00 Uhr, geschah es: Die Hauptseite der deutschsprachigen Wikipedia hatte zum „Artikel des Tages“ den Beitrag „Vulva“ gekürt und mit der dortigen Abbildung einer solchen illustriert. Es dauerte erstaunlicherweise 23 Minuten, bis im entsprechenden Forum ein anonymer Beitrag den Auftakt einer Diskussion lieferte, die bereits gegen 3.00 Uhr ein beachtliches Ausmaß annahm und unversöhnliche Positionen offenbarte. Die Druckversion der Diskussion sollte es schließlich auf über 130 Seiten bringen, die gelöschten Beiträge sowie solche in diversen [extern] parallelen Diskussionen mal außen vor gelassen.

(Quelle: Telepolis: Wikipedia: Feuchtgebiet 2.0)

Oben zitierten Artikel ist eine kompakte Zusammenfassung der Ereignisse rund um das Auftauchen des Fotos. Für mich persönlich ist es schwer begreiflich, warum die Foto-Platzierung überhaupt noch so umfangreiche Diskussionen auslösen kann.

Zufälligerweise sind nämlich 100% aller Menschen einer Vulva entsprungen, insofern sehe ich da wenig Beeinträchtigungspotential in der kindlichen Entwicklung, wenn es um enzyklopädische Abbildungen geht. Und eigentlich sollte man Kinder und Jugendliche nicht vor Vulva-Fotos, sondern vor kinderfickenden Erwachsenen schützen. Das wäre ein dringender zu lösendes Problem, wie dieser Tage die vielen Berichte von Übergriffen katholischer Mitarbeiter und von Lehrpersonal nachdrücklich aufzeigen.

Mit einer Vulva wird jeder Mensch auf diesen Planeten mal zu tun haben – als Besitzerin, oder als männlicher Sexualpartner im gegenseitigen Einverständnis. Mit einem Kinderficker sollte man nie was zu tun haben müssen.

Un-Boes-e Erkenntnis

sueddeutsche.de: Die Dame leitet eine Beauty-Beratungssendung im Fernsehen. Es ist die einzige Figur, bei der es nicht primär um Sex geht. Warum ist das bei allen anderen Rollen so wichtig?

Boes: Sex ist nun mal das, was die Menschen beschäftigt. Solange die Welt sich dreht, wird es immer ein wichtiges Thema bleiben. Die Frau hat ja nicht immer so viel Glück in vielen Dingen und hier werden auch die typischen Frauenrollen im Fernsehen selbst karikiert.

(Quelle: Gespräch mit Mirja Boes – „Ich kann ganz schlimme Sachen gucken“ – Medien – sueddeutsche.de)

Tja, lieber Kinder, wer hätte das gedacht? Es gibt Menschen, denen es primär um Sex geht. Entspricht auch meiner eigenen Wahrnehmung. Interessant daran ist für mich vor allem, wie die meisten damit umgehen. Auch wenn viele diesen Umstand zu verdrängen versuchen, so sind ihre Gedanken doch oft auch indirekt mit diesem Thema beschäftigt.

Mode und Kosmetik haben keinen anderen wesentlichen Zweck, die persönliche Attraktivität zu steigern. Denn wenn sich alles streng nach dem reinen Leistungsprinzip orientieren würde, wäre das Aussehen egal, weil nur die abgelieferte Leistung alleine zählen würde. Tut sie aber nicht.

Jeder von uns weiß, dass er/sie der geilen Kollegin/dem geilen Kollegen kaum einen Wunsch abschlagen könnte, sobald sie/er auf uns zukommen würde. Fast jeder kennt das Gefühl, etwas gekauft zu haben, weil das Verkaufspersonal einen geschickt mit persönlichen Reizen umgarnt hat – nicht weil das Produkt so außergewöhnlich gut war. Und das war dann sexuelle Attraktivität im Live-Einsatz. Wir reagieren, weil unserer Gegenüber bewusst darauf setzt, dass wir instinktiv reagieren, nicht sachorientiert.

Außerdem werden wir medial von Kindesbeinen darauf gedrillt, sexuell orientiert zu denken. Habe gestern beim Arzt mal nach vielen Jahren wieder in einer BRAVO geblättert. Es ging fast nur darum, welcher Star welches Aussehen aufweist, wer mit wem gerade vögelt, wer nun mit wem gerade nicht, und alles rund um das Thema „sexuelle Aufklärung“ ist ja sowieso die Dr. Sommer-Domäne im deutschsprachigen Teenie-Raum.

Die Aufmachung des Blattes war klar auf die Teenager-Zielgruppe ausgerichtet. Aber was diese Zeitung mit den Yellow-Press-Blättern deutlich gemeinsam hat, ist die Fokussierung auf das Kernthema, wer gerade mit wem fickt. Jeder Bericht über ein Paar ist in erster Linie die Rückmeldung, dass die beiden es noch miteinander & exklusiv treiben. Sobald einer von beiden aus der Beziehung ausbricht, ist das die nächste Meldung. Und sobald der Ausbrecher entweder a) wieder zurückkehrt oder b) mit einer anderen Person gesichtet wurde, ist wieder klar, wer mit wem vögelt.

So langsam begreife ich, warum mich alle Medien, die sich primär diesem Thema widmen, nicht konsumiere. Es ist mir schlicht und einfach egal, zu wissen, welcher mir persönlich unbekannte Mensch mit wem vögelt. Ich kenne diese prominenten Menschen nicht selbst, und daher ist mir ihr Sexual-Verhalten auch vollkommen wumpe.

Außerdem diskutiere ich im Freundes- und Bekanntenkreis lieber über Möglichkeiten, wie man den eigenen sexuellen Genuss steigern kann. Mit wem das dann passiert oder besonders gut gelingt, ist dabei ziemlich sekundär. Hauptsache, es kommt zu einer echten Befriedung, gerne auch längerfristig.

News: Frauen treiben es gerne lange, ausführlich und wollen darüber sprechen

(…) Nur wenn sich beide Partner regelmäßig und gezielt mehrere Stunden Zeit für Zärtlichkeit nähmen, ließe sich über die Jahre eine erfülltes Sexualleben gewährleisten, so der Sexualwissenschaftler Volkmar Sigusch.

(…) «Der moderne Mann ist oft gehemmt und scheu und würde intime Dinge gern im Geheimen abwickeln. Frauen wollen aber darüber reden.»

(…) «Das zentrale Problem in vielen Beziehungen ist nach wie vor mangelnde Kommunikation über Sexualität. Wir haben in Deutschland keine angemessene Sprache für das, was Tatsache ist», erklärte Sigusch. Auch würden viele Frauen heute noch immer nicht über ihren Körper Bescheid wissen, geschweige denn die Männer.

(…) Diese längere Lebenserwartung werde sich in Zukunft in veränderten Partnerschaftsstrukturen niederschlagen: «Die Polyamorie, also das Zusammenleben mit mehreren Partnern gleichzeitig, wird zunehmen.»

(Quelle: ZEIT ONLINE: Wissenschaftler: Guter Sex will Weile haben)

Für diejenigen, denen Volkmar Sigusch noch kein Begriff sein sollte: es handelt sich bei ihm um einen der bedeutendsten Sexualwissenschaftler in Deutschland. Leider wurde im Rahmen seiner alterbedingten Ausscheiden aus dem von ihm geleiteten Frankfurter „Instituts für Sexualwissenschaft“ das selbige 2006 nicht mehr weitergeführt.

Nun zu seinen eigentlichen Aussagen. Ja, ja, und nochmals ja! Ich stimme ihm in ALLEN Aussagen vorbehaltlos zu, was ein eher seltener Schritt für mich ist. Aber meine eigenen Lebens-Erfahrungen haben zu den gleichen Schlussfolgerungen geführt. Oder besser – anfangs habe ich mich dazu verführen lassen. Später wurde ich dann selbst zum Verführer – und habe darüber und dabei gesprochen. Und nicht geschwiegen.

Was anfangs Frauen noch verwundert(e), wurde und wird dann sehr oft mit großer Freude angenommen. Einfach mal über Sex sprechen, sich austauschen, darüber diskutieren – als Thema! Außerdem lässt sich auf dieser Weise der gemeinsame Sex auch verlängern – ein Wechselspiel von Kommunikation und sexuellem Handeln erzeugt eine angenehme „Welle“, auf der sich freundlich ganze Tage miteinander verbringen lassen. Hätte ich stets nur stumm wie eine Sprotte in der Kiste meine „Nummer“ durchgezogen, wäre es für beide Teilnehmer wohl deutlich weniger angenehm verlaufen.

Ach ja, liebe mitlesende Männer – ich habe dabei nicht meine wie auch immer geartete Männlichkeit verloren, als ich mich verstärkt darauf konzentrierte, es für die jeweilige Frau mehr als nur angenehm zu gestalten. Frei nach dem Motto: „gebe ich mit offenem Herzen viel, dann bekomme ich auch viel zurück“ ist die ganze Palette von zart bis hart durchspielbar. Mal bin ich dominanter, mal eher devot, wenn ich mal diese Schubladen bemühen darf.

Und ich lege mich nicht fest auf eine Rolle oder Strategie. Das kommuniziere ich auch: Sex hat was mit momentaner Stimmung und Umgebung zu tun – auf beiden Seiten. Daher kann Sex gar nicht immer gleichförmig verlaufen, denn ansonsten wäre ich ein mehr oder weniger gefühlsloser und un-empathischer Klotz.

Forschen, schauen, spielen – Körpererfahrungen machen gehört einfach zu einem guten sexuellen Selbstwertgefühl dazu. Scheinbar geht das vielen Frauen immer öfters verloren. Daher animiere ich auch zur Selbsterforschung, Selbsterfahrung und natürlich zur Selbstbefriedigung. Aber nicht das schnell hingehuschte Nümmerchen, sondern die ausführlich Beschäftigung mit dem eigenen Körper, denn der hat mehr zu bieten als Loch und Titten, um es mal sehr direkt auszudrücken.

Für die Polyamorie erwarte ich ähnlich wie Sigusch eine deutliche Zunahme. In all den Jahren sind mir immer mehr Frauen untergekommen, die sich nicht nur mit einem Partner zufrieden gegeben haben, sondern durchaus mit mehreren engere Beziehungen pflegten, mal offen, mal verdeckt. Aber immer war die Haupttriebfeder, sich mit allen gut zu verstehen, jedem auf seine Art.

So, und wie zerren wir nun die ganzen (noch) unverständigen Männer mit ins Boot?

Warten auf den besten Sex, den besten Partner

Sie werden Mitglied in Liebesgruppen, Liebessekten. Sie nehmen an Orgien teil. Sie sind Mitglied in Orgienvereinen, Swingerclubs. Sie weigern sich, länger als eine Woche unglücklich zu sein – und trennen sich also. Sie weigern sich, länger als zwei Stunden ihre Sehnsucht auszuhalten – und haben Sex mit Unbekannten. Sie sitzen onanierend vor dem Computer.

(…)

Es gehört zum evolutionären Programm vieler partnerwählender Säugetiere, die Entscheidung für einen Partner so lange wie möglich hinauszuzögern. Das Sprödigkeitsverhalten, wie Tierforscher sagen, also Warten auf etwas Besseres, ist durchaus vernünftig.

(Quelle: Tagesspiegel: Wir sind so frei, von Sven Hillenkamp)

Auch wieder ein schöner nachdenklicher Artikel.

Frauen und ihr Loch (Interview-Hinweis)

Stuttgart – Das weibliche Geschlechtsteil ist im allgemeinen Bewusstsein eine „Leerstelle“, ein „Loch“. Die Autorin Mithu M. Sanyal stellt in einem Buch die Kulturgeschichte der Vulva dar – und plädiert für eine Enttabuisierung des Feuchtgebiets.

(Quelle: Schattendasein weibliches Genital: Expedition ins Feuchtgebiet – Stuttgarter Nachrichten online)

Sehr lesenswertes Interview aus den Stuttgarter Nachrichten. Lesebefehl!

Neue Entdeckung: Berührungen machen Sex sinnlicher!

Eigentlich fand ich das Vorspiel beim Sex immer lästig. Bis Christian kam und ich lernte, dass Sex durch die perfekte Berührung fantastisch wird. Schön war Christian nicht. Aber eins konnte er wie kein Zweiter: anfassen! Wenn seine Hände über meinen Körper flirrten, spürte ich die Lust an tausend Stellen. Er ließ mir kaum Zeit, mich an ein Hochgefühl zu gewöhnen – in der nächsten Sekunde überraschte er mich bereits an einer ganz anderen Stelle und schickte mich von einer Ohnmacht in die nächste.

(Quelle: Vorspiel: Besserer Sex durch perfekte Berührung – FIT FOR FUN)

Phan-tas-tisch! Un-glaub-lich! End-lich! Eines Tages würde der Durchbruch kommen, war mir schon länger klar!

Obigen Artikel entdeckte ich vor ein paar Tagen, las ihn durch – und kam mal wieder aus Staunen nicht heraus. Dann habe ich ihn beiseite gelegt, weil ich seinen „neuen“ Erkenntnisse im Grunde als banal einstufte. Aber etwas daran hat mir dann doch keine Ruhe gelassen, daher nun dieses Posting.

Als ich den Artikel zum ersten Mal gelesen habe, fühlte ich mich als sexuell aufmerksam handelnder Mann bestätigt in meinem Tun, denn die Beschreibung des Tuns und der Reaktionen darauf passte sehr gut auf meine eigenen Erfahrungen mit diesem Vorgehensweise. Fein, da fühlte ich mich gut gebauchpinselt, wozu also darüber schreiben?

Als ich ihn nun wieder durchgelesen habe, habe ich mich stärker auf das Umfeld des Artikels konzentriert – die Webseite einer Fitness-Zeitschrift. Das war es nämlich, was mir keine Ruhe gelassen hatte. Jetzt erzählt also eine Fitness-Zeitschrift, die nichts anderes zu tun hat, als ihre Leser/innen ständig nur auf ihren Körper zu reduzieren, genau diesen etwas über das Berühren des GANZEN Körpers? Man erklärt nun also Menschen, die alle möglichen und unmöglichen Muskeln trainieren, dass sie nicht nur diese haben, sondern auch eine alle bedeckende Haut, die für’s Anfassen überall sehr empfänglich ist?

Au weia. Wenn Menschen es nicht mehr aus eigenem Antrieb schaffen, sich gegenseitig durch vielfältigste Berührungen körperliche und seelische Freude zu geben und dann solche Anleitungen brauchen, ist eigentlich ein ziemlicher Tiefpunkt in der menschlichen Entwicklung erreicht. Vor allem der Hinweis, man möge doch die Fantasie spielen lassen, erschütterte mich am meisten.

Aufgrund meiner eigenen Entwicklung, die Fantasie & Spieltrieb schlicht aus reiner Neugier auf die Reaktionen des Gegenübers eingesetzt hat, wunderte es mich noch viel mehr. Ich bekam nämlich keine massive Ablehnung zu spüren, sondern eher dezente Hinweise, was geht und was nicht. Außerdem habe ich den Mund nicht nur zum Lecken, Lutschen und Küssen, sondern auch zum Fragen benutzt. Wer nicht fragt, bleibt dumm, wie es bereits eine populäre Kindersendung in den 70er Jahren auf den Punkt gebracht hat.

Es steckt also kein Hexenwerk dahinter, auch wenn ich durch viele Gespräche mit Frauen immer wieder den Eindruck bekomme, dass zumindest ein Teil der Männer sowas glauben könnte. Männer, wacht auf! Frauen sind keine Werkstück, dass man einfach in eine Werkbank einspannt, um sie dann an den „richtigen“ Stellen zu bearbeiten. Solche Anleitungen wie in der „Fit for fun“ sollten eigentlich nur der Rettungsanker für die ganz Doofen sein, aber alle anderen sollten selbst mal ausprobieren, worauf ihre Damen alles so stehen. Und das ohne Buch, Heft, Magazin, Porno, Sex-Toys und ähnliches – einfach mal gucken, schauen, forschen.

Ihr werdet Euch wundern … 🙂

Pornos kann man auch anders schreiben

Andresky: Wenn man meine Geschichten liest, dürfte schnell klar sein, dass ich eine Frau bin. Das ist eindeutig eine weibliche Weltsicht, gerade auch in den Sexszenen. Die Männer müssen ganz schön was einstecken. Ich weiß gar nicht, wo bei einer Frau, die Pornos schreibt, das Problem sein soll. Das Schlimme an Pornos ist doch nicht, dass man da nackte Menschen beim Geschlechtsverkehr sieht, sondern dass diese Filme so armselig und grottenschlecht sind. Ich kann das gar nicht oft genug sagen: Sex an sich ist noch nicht frauenfeindlich.

(Quelle: Porno-Autorin Andresky – Ohne “Lustgrotte“ und “Liebeslanze“ – Stadtleben – sueddeutsche.de)

Genau. Die meisten Pornos sind für Männer gemacht, meist von Männern. Langweilig, oft öde, selten raffiniert. Meistens einfach nur direkt, aber selten listig, lustig oder gar fantasievoll.

Die Dame ist akademisch gebildet und nimmt kein Blatt vor den Mund – das finde ich sehr sympathisch, weil irgendwie bekannt. Sophie Andresky schafft es durch dieses Interview auf meine Leseliste – mal gucken, ob die „Kleine Freiheit“ da schon Vorräte hat. 🙂

Schauen Haustiere beim Sex zu?

Gegen eine erotisierende Wirkung des Zuschauens spricht, dass alle Tiere den Geschlechtsverkehr schamlos und öffentlich vollziehen. Allein der Mensch zieht sich dafür zurück. Würde der Anblick einer Paarung Artgenossen automatisch animieren, wäre das Leben von Herdentieren eine endlose Dauerorgie. Viel mehr wird das Sexualleben der Tiere von Fruchtbarkeitszyklen bestimmt.

(Quelle: WELT am SONNTAG: Ein echtes Tier im Bett)

Vor allem der Satz mit der Dauerorgie hat mir im obigen Text gut gefallen. Dieser Satz zeigt nämlich recht genau auf, was bei den ständigen Tiersex-Dokumentationen meistens unerwähnt bleibt – man kann eben nicht von Tierverhalten auf Menschenverhalten schließen und umgekehrt. Insofern wundere ich mich immer wieder über das große Interesse daran, wenn es doch im Grunde keinen Erkenntnis-Gewinn bringt?

Wenn wir jedoch – im Gegensatz zu den meisten anderen Arten – beim Anblick von sexuellen Handlungen anderer Menschen selbst erregt werden, ist das eine Eigenart unserer Spezies. Allerdings sollten wir als (angeblich) intelligente Art dann aber eigentlich auch in der Lage sein, nicht lautstark den Abbruch dieses Treibens zu fordern, nur weil wir mit unserer eigenen (Köper-)Reaktion nicht umgehen können.

Ich selbst glaube nämlich außerdem nicht daran, dass wir in einer Art Dauerorgie enden würden, wenn wir es denn ebenfalls „schamlos und öffentlich vollziehen“ würden. Dafür haben wir weder die Ausdauer noch die Zeit.

Männer und vorgespielter Orgasmus

Mit großem Vergnügen habe ich gerade das Buch „Alltagsskizzen“ (ISBN: 978-3-8303-3115-5) von Harm Bengen gelesen. Eigentliche eher angeschaut, denn es ist eine hübsche Zusammenstellung seiner bereits in Tageszeitungen und an anderen Stellen veröffentlichten Cartoons.

Zum Glück sind einige der Cartoons aus dem Buch auch online verfügbar, so dass ich eine kleine – zu diesem Blog passende – Auswahl vorstellen kann.

Besonders gefallen hat mir diese wundervolle Umsetzung einer Redewendung:

Was habe ich gejohlt, als ich das gelesen & gesehen habe. 🙂

Weitere diesbezügliche Highlights waren für mich:

Die verlinkten Cartoons stammen aus der Toonpool-Galerie, wo sich viele weitere davon befinden. Gefallen hat mir auch die Vielzahl von Cartoons mit Bezug zur aktuellen Tagespolitik, die in Zeiten der Finanzkrise nicht oft genug auf den Punkt gebracht werden kann. 😉

Kurzbesprechung: „Sticheleien“ von Marjane Satrapi

Habe gerade zum zweiten Mal ein schönes Comicbuch gelesen: „Sticheleien“ von Marjane Satrapi.

In dieser gezeichneten Geschichte sitzen mehrere Frauen im Iran nach dem gemeinsamen Mittagessen zusammen und sprechen über Männer, Sex, Jungfräulichkeitsvortäuschung und allem, was sie persönlich bewegt. Weil dabei kein Mann anwesend ist, werden viele Dinge nicht nur an- sondern auch ausgesprochen.

Mir hat das Buch auch beim zweiten Lesen (mit 2,5 Jahren Abstand) wieder sehr gefallen, weil die Frauen sehr unverblümt über ihre sexuellen Wünsche und Anforderungen gesprochen haben. Und darüber, wie oft die Männer doch oft die Raffinesse beim Sex vermissen lassen, oft durch einfache Hau-Ruck-Nummern, am Besten noch im Dunkeln. Und sie zeigen, wie gut sich Frauen darüber austauschen können, sofern sie nicht ständig eine Moral-Schere im Kopf haben.

Warum ich das so ausdrücklich erwähne? Durch viele Gespräche mit Frauen habe ich mitbekommen, dass sich viele Frauen genau das nicht trauen, sich so detailliert mit anderen Frauen auszutauschen, auch und gerade über die sexuellen Aspekte, die nicht so gut laufen in der Partnerschaft. Bei den wenigen, die sich dieses dann doch endlich mal getraut haben, ist dann erfreulicherweise festzustellen, wie das eigene Selbstbewusstsein gewachsen ist, und die eine klarere Zielperspektive entstanden ist. Nicht immer zum Vorteil für die jeweiligen Männer, aber immer im Sinne der jeweiligen Frau, um mehr Befriedigung und somit mehr Zufriedenheit zu erreichen.

Ein schönes Buch, angenehmen gezeichnet und getextet, mit einem sehr menschlichen Blick auf Sex.

Weitere Buchbesprechungen finden sich hier: