EU-Vergewaltigungs-Studie

In keinem anderen EU-Land werden so viele Vergewaltigungen angezeigt wie in Schweden. Das geht aus einer von der Europäischen Union finanzierten Studie der Londoner Metropolitan-Universität hervor. Ihr zufolge kommen in Schweden auf 100 000 Einwohner 46,5 Vergewaltigungen – so viel wie in keinem anderen der 23 untersuchten Länder.

(Quelle: Hamburger Abendblatt: In Schweden gibt es die meisten Sexualdelikte)

Ohne die Studie zu kennen würde mich schon interessieren, ob in Schweden nur einfach mehr passiert – oder mehr gemeldet wird als in anderen europäischen Ländern?

Denn dann dürften sich andere Länder (u.a. Deutschland) nicht unbedingt auf einen Platz im hinteren Bereich des Rankings freuen …

Afghanistan: Zwangs-Ficken in der Ehe (Update 2)

Der afghanische Präsident Hamid Karsai hat am Donnerstag ein Gesetz unterzeichnet, das Ehefrauen dazu zwingt, mindestens alle vier Tage mit ihrem Mann zu schlafen.

(Quelle: NETZEITUNG POLITIK AUSLAND NACHRICHTEN: Häufigkeit von Sex gesetzlich geregelt)

Wenn ich mal rein nach der aktuellen Häufigkeit meiner Meldungen aus der Kategorie „Sex and Religion“ gehe, denken die Fundamentalisten aller Länder scheinbar ständig nur ans Ficken. Erst Brasilien, dann der Papst in Afrika und nun Afghanistan – alle sind der Ansicht, den Menschen vor oder nach dem Sexualverkehr Vorschriften und Maßregelungen erteilen zu müssen, teilweise gegen jede ethische Maßstäbe.

Obige Meldung ist natürlich besonders drastisch einzustufen, da sich die Situation der Frauen dort somit wieder verschlechtern wird. Einfach mal eben die Häufigkeit des Geschlechtsverkehrs per Gesetz vorschreiben ist schon ein starker Eingriff in die sexuelle Selbstbestimmung, der durch nichts zu rechtfertigen ist. Leider gibt der Artikel keine Begründung ihrer Unterstützer an, wie sie auf diese wirre Idee gekommen sind.

Nur ein Federstrich durch den Präsidenten, und schon bekommen die Männer mehr Rechte als die Frauen. Das sollte auch den Frauen in westlichen Ländern zu denken geben, denn die islamischen Fundamentalisten machen selten vor Landesgrenzen halt und exportieren gerne mal ihre Ideen. Also meine Damen, es geht um Eure Ärsche, die ihr retten solltet, bevor man sie Euch per Gesetz nimmt.

Update 1 vom 05. April 2009, abends:

Mindestens alle vier Tage sollte eine Ehefrau in Afghanistan mit ihrem Mann schlafen – so bestimmt es ein neues Gesetz. Nun hagelt es Proteste aus aller Welt und der afghanische Präsident Karsai will handeln.

(Quelle: NETZEITUNG POLITIK AUSLAND NACHRICHTEN: Afghanisches Sex-Gesetz wird überprüft)

Es hagelt zu Recht Proteste aus alle Welt, erfreulicherweise auch von Obama. Es wird Zeit, das sich was ändert auf diesem Planeten.

Update 2 vom 19. April 2009, morgens:

Das Magazin TELEPOLIS hat auf interessanten Vergleich hingewiesen:

In seinem Kommentar, der vor ein paar Tagen in der französischen Zeitung Le Monde [extern] erschien, macht er schon im zweiten Satz klar, dass er nicht nur diejenigen zu den Fundamentalisten-Fanatikern zählt, die eine Frau gegen ihren Willen besitzen wollen, sondern auch die anderen, die die Empfängnisverhütung und das Präservativ verbieten. Die Anspielung auf den Papst und die katholische Kirche ist ebenso deutlich wie auf die Ehegesetze, die sich auf islamische Gesetze berufen, die in der jüngsten Zeit in der westlichen Öffentlichkeit für große Erregung gesorgt haben.

(Quelle: TELEPOLIS: Besessenheit und Geschlechtsgemeinschaft)

Darin stimme ich dem Autor zu, dass es eigentlich immer Fundamentalisten sind, ob sie nun islamisch, christlich oder sonstwas sind, die auf solche Ideen zur systematischen Frauenunterdrückung kommen.

Auch sehr wichtig ist der Hinweis im Artikel auf diesbezügliche Ähnlichkeiten in der deutschen Rechtsprechung, die von Teilen der konservativen Parteien ausdrücklich erwünscht sind. Das angeführte Zitat ist zwar schon von 1995, zeigt aber deutlich, welches Geistes Kind sie sind, denn es fiel im Rahmen der Debatte um die „Strafrechtsänderungsdebatte zur Vergewaltigung in der Ehe“.

Brasilien: Kirche und Kinderficker (Update 1)

Bei einer erst neunjährigen Brasilianerin sind am Mittwoch Zwillinge abgetrieben worden.

(…)

Die katholische Kirche Brasiliens hatte gefordert, das Mädchen solle die Zwillinge austragen. Der Rechtsanwalt der Erzdiözese von Olinda und Recife, Marcio Miranda, sagte: „Wir halten das für Mord. Das Gesetz Gottes lautet: Du sollst nicht töten.“

(Quelle: Hamburger Abendblatt: Neunjährige treibt nach Vergewaltigung Zwillinge ab)

Ein sexuell missbrauchtes Mädchen sollte die Schwangerschaft austragen, welche ihr vergewaltigender Vater verursacht hatte. Hallo? Gehts noch, liebe katholische Kirche in Brasilien? Ein Kind soll Kinder bekommen? Das Drama des Opfers soll noch verlängert werden? Und die Kindesmutter soll vorsätzlich gefährdet werden, da in diesem Alter grundsätzlich von einer Risiko-Schwangerschaft auszugehen ist, zumal auch noch Zwillinge anstanden?

Ich glaube, es hackt!

Und diese verlogene Begründung mit dem „Gesetz Gottes“ geht mir besonders auf den Sack. Die Verfechter der nach meiner Ansicht schon immer willkürlichen Einstufung eines Schwangerschaftsabbruchs als Tötung zeigen in diesem speziellen Fall erneut ihr pervertiertes Gesicht. Unter Missachtung aller gesellschaftlichen, medizinischen und psychologischen Erkenntnisse wollen sie einfach nur ein Gebot durchpauken, egal wie schlimm die Umstände der Zeugung waren und egal was dabei mit dem Opfer passiert. Nächstenliebe? Pustekuchen!

Das sie mit dieser lausigen Nummer eigentlich selbst gegen das dritte Gebot verstoßen (Du sollst den Namen Gottes nicht missbrauchen.) ist diesen Flachpfeifen wohl noch nicht aufgefallen. Aber was will man von Menschen erwarten, welchen eine Geburt wichtiger ist als ein Kindesmissbrauch?

Update 1 vom 6. März 2009, mittags

Die katholische Kirche in Brasilien hat die Mutter eines neun Jahre alten Mädchen exkommuniziert, das nach einer mutmaßlichen Vergewaltigung durch ihren Stiefvater ihre Zwillinge abgetrieben hatte. Auch das Ärzteteam, das sie behandelte, wurde aus der Kirche ausgeschlossen.

(…)

Aufgrund des allgemeinen Abtreibungsverbots lassen nach Behördenschätzungen jährlich rund eine Million Frauen heimlich abtreiben, tausende sterben dabei. Versuche des Gesundheitsministeriums, die Gesetze zu liberalisieren, scheiterten bisher am Widerstand der katholischen Kirche.

(Quelle: Mutter von Vergewaltigungsopfer exkommuniziert | tagesschau.de vom 06. März 2009)

Eine Million von der Kirche für illegal erklärte Abtreibungen ziehen tausende (ehemals wirklich bei Bewusstsein gewesene) Tote nach sich. Wer ist hier eigentlich der tatsächliche Mörder?

Das riecht nach Sippenhaft seitens der katholischen Kirche, wenn nun sowohl die Mutter als auch das Ärzteteam exkommuniziert wird. Gleichzeitig stellt sie sich über die Gesetze Brasiliens, wenn sie den Vorrang der Gottesgesetze über die weltlichen betont. Bei islamischen Ländern wird immer aufgeschrien, wenn sie einen sogenannten „Gottesstaat“ erreichten, und bei den Katholiken soll das Primat der Kirche über den Staat in Ordnung sein? Nicht erst jetzt ist ihnen scheinbar jedes Maß für Menschllichkeit verloren gegangen.

Könnte man diese Kirche nicht auch des Landes verweisen wie diesen blöden Pius-Fascho-Bischof?

Alternativer Nobelpreis für Kämpferin gegen sexuelle Gewalt

Mit dem Preisgeld wollen Sie unter anderem ein Projekt für vergewaltigte Frauen im Ostkongo unterstützen. Von dort wird berichtet, dass in den Metallminen, wo Coltan für unsere Handy-Industrie aus der Erde geholt wird, unzählige Frauen vergewaltigt werden. Ist das so, telefonieren wir gewissermaßen auf Kosten kongolesischer Frauen?
80 Prozent des Weltbestands von Coltan, das ein wichtiger Bestandteil unserer Handys ist, kommt aus den kongolesischen Minen. Dort betätigen sich seit längerem skrupellose Geschäftsbosse, Kriegsherren und internationale Konzerne. Sie beuten Frauen in ekligster Weise aus, diese müssen als lebendige Lastesel dienen und Tonnen von Material schleppen, dabei werden sie oft auch noch vergewaltigt.

(Quelle: Interview Monika Hauser: ‚Der Schutz besteht nur auf dem Papier‘ – Wissenschaft – STERN.DE)

„Ich möchte als Gynäkologin Frauen unterstützen, die Formen sexualisierter Gewalt erlebt haben und mich mit ihnen solidarisch zeigen“, sagt sie. Vergewaltigungen in Zeiten des Krieges seien noch immer ein Tabu. Es gelte, so Hauser, die Erlebnisse, die Frauen zur Zeit des Zweiten Weltkriegs gemacht hätten, mit den Erfahrungen, die sie heute in Krisenregionen machen, zu verknüpfen.

(Quelle: Alternativer Nobelpreis: „Ich möchte, dass die Welt für Frauen anders wird“ – SPIEGEL ONLINE – Nachrichten – Panorama)

Monika Hauser hat völlig zu recht den alternativen Nobelpreis für ihren Kampf gegen sexuelle Gewalt in Kriegs- und Krisenregionen bekommen.

Und dieses Blog hat eine neue Kategorie bekommen: Sex_and_Gewalt

Spukte mir schon länger im Kopf herum, nun nehme ich diese Preisverleihung mal als Anlass, diesen Aspekt demnächst auch mehr zu beleuchten.