Hoch das Röckchen, helau

Hessens orginellste Männerballette stellen sich wieder der gnadenlosen Abstimmung des Publikums: „Eins, zwei, drei hoch die Beine… äh, die stramme Männerwade!“

Das hr-fernsehen sucht wieder gemeinsam mit den Zuschauern das beste Männerballett Hessens. Ob stachelige Waden auf Rollschuhen, irische Stepptänzerinnen mit modischen Oberlippenbärtchen, ein tanzendes Gemüseallerlei-. Die Moderatoren Margit Sponheimer und Andreas Bursche präsentieren live die zehn besten Tanzgruppen aus ganz Hessens. Diese wurden aus zahlreichen Bewerbungen ausgewählt und stellen sich nun LIVE dem gnadenlosen Zuschauervoting.

(Quelle: hr-online: „Grand Prix der strammen Waden 2009“ – LIVE)

Na endlich kann man den Männern auch unter die Röcke glotzen. Eben per Zufall im hr-Fernsehen entdeckt.

Wiederholung: Samstag, 21. Februar, 23:10 Uhr

Danach läuft nun im hr-Fernsehen wieder die traditionelle Fastnachtssendung – und natürlich wieder mit einem Funkenmariechen-Auftritt. Das habe ich ja schon im Posting vor zwei Jahren schlicht und einfach mit dem Begriff „Fotzenglotzen“ als das eingestuft, was es tatsächlich ist …

Frauen müssen sexy sein – oder?

Selten genug, daß ich mal auf einen Werbelink klicke. Aber die Frauen trugen Kostüme mit kurzen Röckchen und sahen irgendwie lecker aus, also traute ich mich das mal. War ja eine seriöse Seite, auf welcher der Link veröffentlicht wurde.

Ich landete auf der Amazon US-Seite. Aha, dachte ich, die verkaufen auch Halloween-Kostüme? Mal gucken.

Ins Stutzen kam ich angesichts der Rubriken, welche für Männer und Frauen angeboten wurden:

Men’s Costumes

* Classic Costumes
* Humurous Costumes
* Superhero Costumes

Women’s Costumes

* Classic Costumes
* Sexy Costumes
* Retro Costumes

(Quelle: Amazon.com: Halloween Costumes Store: Costumes, Wigs & Masks)

Sexy Kostüme bei den Frauen, bei den Männern gar nicht? Das riecht ja geradezu nach der Klischee-Nummer. Aber schauen wir mal genauer, dachte ich.

Mit einem Klick auf die „Sexy Costumes“ bei den Frauen bekam ich die ersten Kostüme präsentiert. Irgendwie bestanden die fast alle aus kurzen und/oder geschlitzten Röcken oder Kleidern, alle irgendwie mit offenherzigem Ausschnitt, die Anmache war immer ganz klar Teil der Aufmachung. Und das dann durch alle Berufsgattungen hindurch, es wimmelte nur so von Polizistinnen, Krankenschwestern, Oktoberfest-Bedienungen usw. Auch alle möglichen Märchen- und Sagenfiguren waren vertreten, desweiteren wurden auch die halbe Weltgeschichte geplündert.

Ins Staunen kam ich bei der Anzahl der Treffer – über 3.500 Kostüme der Sorte „sexy“ sollten hier im Angebot sein. Ich habe nach der zehnten Seite aufgehört, weil mein Klischee-„Konto“ schon überreichlich aufgefüllt war.

Tja. Männer bekommen mehr oder minder „normale“ Kostüme angeboten, und Frauen sollen sich gefälligst sexy für die Kerle rausputzen, oder wie soll man diese Angebots-Strukturierung und die auffällige Überzahl von Frauchen-Kostümen ansonsten deuten?

Ich finde es eher peinlich für eine Gesellschaft, wenn sie den Frauen bei Kostümfeierlichkeiten fast nur die Rolle der willigen Liebesdienerin anbietet, während die Männer hingegen als Helden oder sonstige seriöse Figuren herumwandern dürfen. Oder haben wir es hier mit einer speziellen Besonderheit der US-amerikanischen Prüderie zu tun?

Werde demnächst mal deutsche Kostümanbieter damit vergleichen, ob sie zum Karneval ähnlich „deftige“ Angebotskataloge vorhalten.

Technorati-Tags: , , , ,

Fotzenglotzen

Gestern Nacht verblieb ich beim Durchschalten der TV-Programme kurz beim Beginn einer Karnevalssendung im HR-Fernsehen. Die Funkenmariechen waren gerade dabei, ihre Beine richtig schön hoch zu werfen, damit das Saalpublikum auch was zu sehen hatte.

Da die Kamera immer schön drauf hielt und den Damen auch teilweise genau zwischen die Beine schielte, benamste ich diese karnevalistische Tätigkeit als "Fotzenglotzen". Dieses ganze Drumherum, dieser ganze Aufwand, damit man auch mal Frauen unter den Rock schauen darf – was für ein bigottes Getue.

Wenn, dann richtig, ist meine Ansicht. Wer Frauen nicht nur angezogen sehen will, kann auf genügend andere ganzjährig verfügbare Alternativen zurückgreifen und sollte eigentlich nicht auf die Karnevalszeit warten, damit er mal wieder Frauen mehr als nur in die Augen schauen kann.