Afghanistan: Zwangs-Ficken in der Ehe (Update 2)

Der afghanische Präsident Hamid Karsai hat am Donnerstag ein Gesetz unterzeichnet, das Ehefrauen dazu zwingt, mindestens alle vier Tage mit ihrem Mann zu schlafen.

(Quelle: NETZEITUNG POLITIK AUSLAND NACHRICHTEN: Häufigkeit von Sex gesetzlich geregelt)

Wenn ich mal rein nach der aktuellen Häufigkeit meiner Meldungen aus der Kategorie „Sex and Religion“ gehe, denken die Fundamentalisten aller Länder scheinbar ständig nur ans Ficken. Erst Brasilien, dann der Papst in Afrika und nun Afghanistan – alle sind der Ansicht, den Menschen vor oder nach dem Sexualverkehr Vorschriften und Maßregelungen erteilen zu müssen, teilweise gegen jede ethische Maßstäbe.

Obige Meldung ist natürlich besonders drastisch einzustufen, da sich die Situation der Frauen dort somit wieder verschlechtern wird. Einfach mal eben die Häufigkeit des Geschlechtsverkehrs per Gesetz vorschreiben ist schon ein starker Eingriff in die sexuelle Selbstbestimmung, der durch nichts zu rechtfertigen ist. Leider gibt der Artikel keine Begründung ihrer Unterstützer an, wie sie auf diese wirre Idee gekommen sind.

Nur ein Federstrich durch den Präsidenten, und schon bekommen die Männer mehr Rechte als die Frauen. Das sollte auch den Frauen in westlichen Ländern zu denken geben, denn die islamischen Fundamentalisten machen selten vor Landesgrenzen halt und exportieren gerne mal ihre Ideen. Also meine Damen, es geht um Eure Ärsche, die ihr retten solltet, bevor man sie Euch per Gesetz nimmt.

Update 1 vom 05. April 2009, abends:

Mindestens alle vier Tage sollte eine Ehefrau in Afghanistan mit ihrem Mann schlafen – so bestimmt es ein neues Gesetz. Nun hagelt es Proteste aus aller Welt und der afghanische Präsident Karsai will handeln.

(Quelle: NETZEITUNG POLITIK AUSLAND NACHRICHTEN: Afghanisches Sex-Gesetz wird überprüft)

Es hagelt zu Recht Proteste aus alle Welt, erfreulicherweise auch von Obama. Es wird Zeit, das sich was ändert auf diesem Planeten.

Update 2 vom 19. April 2009, morgens:

Das Magazin TELEPOLIS hat auf interessanten Vergleich hingewiesen:

In seinem Kommentar, der vor ein paar Tagen in der französischen Zeitung Le Monde [extern] erschien, macht er schon im zweiten Satz klar, dass er nicht nur diejenigen zu den Fundamentalisten-Fanatikern zählt, die eine Frau gegen ihren Willen besitzen wollen, sondern auch die anderen, die die Empfängnisverhütung und das Präservativ verbieten. Die Anspielung auf den Papst und die katholische Kirche ist ebenso deutlich wie auf die Ehegesetze, die sich auf islamische Gesetze berufen, die in der jüngsten Zeit in der westlichen Öffentlichkeit für große Erregung gesorgt haben.

(Quelle: TELEPOLIS: Besessenheit und Geschlechtsgemeinschaft)

Darin stimme ich dem Autor zu, dass es eigentlich immer Fundamentalisten sind, ob sie nun islamisch, christlich oder sonstwas sind, die auf solche Ideen zur systematischen Frauenunterdrückung kommen.

Auch sehr wichtig ist der Hinweis im Artikel auf diesbezügliche Ähnlichkeiten in der deutschen Rechtsprechung, die von Teilen der konservativen Parteien ausdrücklich erwünscht sind. Das angeführte Zitat ist zwar schon von 1995, zeigt aber deutlich, welches Geistes Kind sie sind, denn es fiel im Rahmen der Debatte um die „Strafrechtsänderungsdebatte zur Vergewaltigung in der Ehe“.