Frauen sind auch Voyeure – aber anders

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Schliesslich gibt es als Drittens bei den Frauen den «split» zwischen körperlicher und mentaler Erregung. An dieser Spaltung ist bekanntlich bisher auch die Suche nach einem Viagra für Frauen gescheitert: Bei Männern genügt es, die Blutzufuhr im Penis zu stabilisieren, weil die subjektive Erregung damit übereinstimmt. Bei Frauen erwies sich dasselbe Verfahren als nutzlos: Die Durchblutung der Vagina bleibt wirkungslos, wenn die subjektiv wahrgenommene Erregung nicht vorhanden ist.

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«Es ist eine verbreitete falsche Vorstellung, dass Frauen von visuellen Reizen weniger stark erregt werden als Männer.»

(Quelle: Niemand weiss, was Frauen wünschen (Wissenschaft, NZZ Online vom 01.03.2009))

Obiges Erkenntnisse möchte ich gerne unterstreichen. Nach meinen eigenen Erfahrungen sehe ich das nämlich sehr ähnlich. Frauen, die mir anfangs schilderten, das Pornos nicht gar nicht anmachen würden, waren später vom Gesehenen sehr angemacht. Allerdings habe ich mir auch die Mühe gemacht, nicht irgendetwas zu zeigen, sondern schon auf Qualität in Bild, Handlung und Geschlechterverhältnis geachtet – und einen Bezug zu mir hergestellt. Indem ich erklärte, was mir gefällt und ggf. auch nicht gefällt, habe ich das Gezeigte greifbarer und verständlicher gemacht. Man konnte sich gemeinsam daran erfreuen, sei es nun Belustigung, Erregung oder Übereinkunft, zu schrottige Sachen nicht sehen zu wollen.

Und das alles zusammen hat dann in den positiven Fällen zu einer gesteigerten Erregung bei den Damen geführt. Nach meiner Ansicht reicht es ja sowieso nicht aus, eine Dame zwischen den Beinen zu vögeln – zuallererst sollte man sie zwischen den Ohren vögeln. Sprich: ihren Kopf erreichen und erregen, der erfreuliche Rest ergibt sich dann meistens wie von selbst.

Das Putzige daran ist ja, dass der Körper oft früher reagiert als der Kopf. 😉