Deichtorhallen: Abstrakter Sex

Nun gab es zwar eine Menge Kunst mit ähnlichen Motiven auf dem Markt, aber Browns Bilder waren doch anders: Sie malte nicht nur Sex, sie tat es auf eine wirklich erstaunliche Weise, denn ihre Bilder waren keineswegs plakativ, sondern bereits auf halbem Wege zur Abstraktion, dabei aber noch gegenständlich genug, um recht genau erkennen zu lassen, worum es dabei ging. Sie wirkten pornografisch, aber waren zugleich voller Expressivität und Energie, erinnerten in ihrem Duktus an Jackson Pollock und an Willem de Kooning und sogar ein wenig an die verstörende Fleischeslust eines Francis Bacon.

(Quelle: Hamburger Abendblatt – Cecily Brown: „Malen ist für mich wie Sex“)

Noch eine interessante Ausstellung, zu der ich gerne in Begleitung gehen würde.

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Afghanistan: Zwangs-Ficken in der Ehe (Update 2)

Der afghanische Präsident Hamid Karsai hat am Donnerstag ein Gesetz unterzeichnet, das Ehefrauen dazu zwingt, mindestens alle vier Tage mit ihrem Mann zu schlafen.

(Quelle: NETZEITUNG POLITIK AUSLAND NACHRICHTEN: Häufigkeit von Sex gesetzlich geregelt)

Wenn ich mal rein nach der aktuellen Häufigkeit meiner Meldungen aus der Kategorie „Sex and Religion“ gehe, denken die Fundamentalisten aller Länder scheinbar ständig nur ans Ficken. Erst Brasilien, dann der Papst in Afrika und nun Afghanistan – alle sind der Ansicht, den Menschen vor oder nach dem Sexualverkehr Vorschriften und Maßregelungen erteilen zu müssen, teilweise gegen jede ethische Maßstäbe.

Obige Meldung ist natürlich besonders drastisch einzustufen, da sich die Situation der Frauen dort somit wieder verschlechtern wird. Einfach mal eben die Häufigkeit des Geschlechtsverkehrs per Gesetz vorschreiben ist schon ein starker Eingriff in die sexuelle Selbstbestimmung, der durch nichts zu rechtfertigen ist. Leider gibt der Artikel keine Begründung ihrer Unterstützer an, wie sie auf diese wirre Idee gekommen sind.

Nur ein Federstrich durch den Präsidenten, und schon bekommen die Männer mehr Rechte als die Frauen. Das sollte auch den Frauen in westlichen Ländern zu denken geben, denn die islamischen Fundamentalisten machen selten vor Landesgrenzen halt und exportieren gerne mal ihre Ideen. Also meine Damen, es geht um Eure Ärsche, die ihr retten solltet, bevor man sie Euch per Gesetz nimmt.

Update 1 vom 05. April 2009, abends:

Mindestens alle vier Tage sollte eine Ehefrau in Afghanistan mit ihrem Mann schlafen – so bestimmt es ein neues Gesetz. Nun hagelt es Proteste aus aller Welt und der afghanische Präsident Karsai will handeln.

(Quelle: NETZEITUNG POLITIK AUSLAND NACHRICHTEN: Afghanisches Sex-Gesetz wird überprüft)

Es hagelt zu Recht Proteste aus alle Welt, erfreulicherweise auch von Obama. Es wird Zeit, das sich was ändert auf diesem Planeten.

Update 2 vom 19. April 2009, morgens:

Das Magazin TELEPOLIS hat auf interessanten Vergleich hingewiesen:

In seinem Kommentar, der vor ein paar Tagen in der französischen Zeitung Le Monde [extern] erschien, macht er schon im zweiten Satz klar, dass er nicht nur diejenigen zu den Fundamentalisten-Fanatikern zählt, die eine Frau gegen ihren Willen besitzen wollen, sondern auch die anderen, die die Empfängnisverhütung und das Präservativ verbieten. Die Anspielung auf den Papst und die katholische Kirche ist ebenso deutlich wie auf die Ehegesetze, die sich auf islamische Gesetze berufen, die in der jüngsten Zeit in der westlichen Öffentlichkeit für große Erregung gesorgt haben.

(Quelle: TELEPOLIS: Besessenheit und Geschlechtsgemeinschaft)

Darin stimme ich dem Autor zu, dass es eigentlich immer Fundamentalisten sind, ob sie nun islamisch, christlich oder sonstwas sind, die auf solche Ideen zur systematischen Frauenunterdrückung kommen.

Auch sehr wichtig ist der Hinweis im Artikel auf diesbezügliche Ähnlichkeiten in der deutschen Rechtsprechung, die von Teilen der konservativen Parteien ausdrücklich erwünscht sind. Das angeführte Zitat ist zwar schon von 1995, zeigt aber deutlich, welches Geistes Kind sie sind, denn es fiel im Rahmen der Debatte um die „Strafrechtsänderungsdebatte zur Vergewaltigung in der Ehe“.

Frauen sind auch Voyeure – aber anders

(…)

Schliesslich gibt es als Drittens bei den Frauen den «split» zwischen körperlicher und mentaler Erregung. An dieser Spaltung ist bekanntlich bisher auch die Suche nach einem Viagra für Frauen gescheitert: Bei Männern genügt es, die Blutzufuhr im Penis zu stabilisieren, weil die subjektive Erregung damit übereinstimmt. Bei Frauen erwies sich dasselbe Verfahren als nutzlos: Die Durchblutung der Vagina bleibt wirkungslos, wenn die subjektiv wahrgenommene Erregung nicht vorhanden ist.

(…)

«Es ist eine verbreitete falsche Vorstellung, dass Frauen von visuellen Reizen weniger stark erregt werden als Männer.»

(Quelle: Niemand weiss, was Frauen wünschen (Wissenschaft, NZZ Online vom 01.03.2009))

Obiges Erkenntnisse möchte ich gerne unterstreichen. Nach meinen eigenen Erfahrungen sehe ich das nämlich sehr ähnlich. Frauen, die mir anfangs schilderten, das Pornos nicht gar nicht anmachen würden, waren später vom Gesehenen sehr angemacht. Allerdings habe ich mir auch die Mühe gemacht, nicht irgendetwas zu zeigen, sondern schon auf Qualität in Bild, Handlung und Geschlechterverhältnis geachtet – und einen Bezug zu mir hergestellt. Indem ich erklärte, was mir gefällt und ggf. auch nicht gefällt, habe ich das Gezeigte greifbarer und verständlicher gemacht. Man konnte sich gemeinsam daran erfreuen, sei es nun Belustigung, Erregung oder Übereinkunft, zu schrottige Sachen nicht sehen zu wollen.

Und das alles zusammen hat dann in den positiven Fällen zu einer gesteigerten Erregung bei den Damen geführt. Nach meiner Ansicht reicht es ja sowieso nicht aus, eine Dame zwischen den Beinen zu vögeln – zuallererst sollte man sie zwischen den Ohren vögeln. Sprich: ihren Kopf erreichen und erregen, der erfreuliche Rest ergibt sich dann meistens wie von selbst.

Das Putzige daran ist ja, dass der Körper oft früher reagiert als der Kopf. 😉